Dieser Text beschreibt Antisemitismus. Der untere Text beinhaltet die Antisemitismus Beschreibung. Soweit es sich um ein definierbares Objekt handelt, sollte hier eine Antisemitismus Definition vorhanden sein. Sollte eine Definition von Antisemitismus fehlen, kann diese von Ihnen verfaßt werden. Wir sind bestrebt die Beschreibung von Antisemitismus möglichst ausführlich zu halten.
Jeder Text bei Know-Library, sowie ein Teil davon (Definition, Beschreibung etc.), außer Bücher Beschreibungen kann bearbeitet werden. Falls die Beschreibung auf dieser Seite nicht korrekt ist klicken Sie auf 'Beschreibung editieren' um den Text zu korrigieren bzw. neuen einzufügen. Weitere Informationen und Bücher zum Thema Antisemitismus Beschreibung , so wie Link zum Forum finden Sie weiter unten. Eine Übersicht der Texte, die das Thema Antisemitismus beschreiben finden Sie auf der Seite alle Artikel über Antisemitismus. Fragen zu dem Thema Antisemitismus können im Forum gestellt werden. Klicken Sie hier um zu dem Forum zu wechseln.
Antisemitismus ArtikelDieser Artikel beschäftigt sich mit einer Unterform der allgemeinen Judenfeindlichkeit. Eine Übersicht über die gesamte Thematik gibt die Definition zu Judenfeindlichkeit. Informationen zur heutigen Judenfeindlichkeit, die meist als "Antisemitismus" genannt wird, stehen bei Judenfeindlichkeit (heute)
Antisemitismus ist heute in dem allgemeinen Sprachgebrauch meist und häufig auch in der wissenschaftlichen Literatur eine Nennung für ein breites Spektrum judenfeindlicher Ressentiments, Äußerungen und Taten. In einer engeren, der historischen Entstehung und ursprünglichen Wortbedeutung näher liegenden Auslegung des Begriffs ist Antisemitismus die moderne, seit dem 19. Jahrhundert verbreitete Form der Judenfeindlichkeit, die ihre generelle Abneigung gegen Juden nicht mehr überwiegend auf religiöse, sondern auf rassistische Vorurteile stützt. Er richtet sich nicht ca. gegen die Menschen, die der jüdischen Religionsgemeinschaft angehören, sondern auch gegen solche, die aufgrund ihrer Abstammung dem Judentum zugerechnet und von Antisemiten als Halb- oder Vierteljuden genannt werden.
Wegen seiner von Vorurteilen geprägten Weltsicht gilt der Antisemitismus als Form der rassistischen Diskriminierung. In dem wissenschaftlichen Diskurs der vergangenen Jahre wird der Begriff jedoch zunehmend als ein eigenständiges Phänomen behandelt. Wichtigster Unterschied des Antisemitismus zu anderen rassistischen Projektionen ist, daß "den Juden" Macht und Einfluß zugeschrieben wird.
Antisemiten versuchen ihre Vorurteile in der Regel mit sozialen, ökonomischen, nationalen, politischen, ethnischen und religiösen Argumenten zu legitimieren. So werden beispielsweise die - möglicherweise kritisierbaren - Handlungen einzelner Juden oder jüdischer Organisationen verallgemeinert und "den Juden" angelastet. Es kennzeichnet die hermetische Weltsicht radikaler Antisemiten, dass sie sich selbst durch ihre Gegner in ihren Vorurteilen bestätigt sehen - beweist ihnen ein Antisemitismuskritiker doch schon durch seine bloße Existenz, dass er dem "Einfluss der Juden" erlegen ist.
Aufgrund der Erfahrungen aus dem Dritten Reich können antisemitische Äußerungen in der Bundesrepublik Deutschland als Volksverhetzung gewertet und strafrechtlich verfolgt werden. Paragraph 130 des Strafgesetzbuches wendet sich gegen jeden, der "zum Haß gegen Teile der Bevölkerung aufstachelt oder zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen gegen sie auffordert oder die Menschenwürde anderer dadurch angreift, daß er Teile der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet." [1] (http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/stgb/__130.html)
Buch-Tipp: Die Holocaust-Industrie. Wie das Leiden der Juden ausgebeutet wird. Politisch unkorrekt Es ist schon ein Wunder, das es so ein Buch in Deutschland überhaupt geben darf. Politsch unkorrekt und dennoch richtig kann man in dem Deutschland der heutigen Zeit dieses Thema wohl ca. beschreiben, ohne aufgeknüpft zu werden, wenn man dem gleichen Stamm angehört. Man stelle sich solch ein Buch von Eva Herman vor.
Ein mutiges... | |
Definition und Funktion des Begriffs Antisemitismus sind heute in der Wissenschaft heftig umstritten. Eine eindeutige Inhaltsbestimmung hat bislang nicht stattgefunden. Teilweise werden die Begriffe Antisemitismus, Antijudaismus und Judenfeindschaft synonym benutzt. Andere Autoren subsumieren ohne zeitliche Differenzierung unter den Begriff Antisemitismus alle negativen Impulse gegen Juden, gelegentlich auch unter Verwendung von Attributen wie vormodern, religiös oder rassisch.
Nach Wolfgang Benz bedeutet Antisemitismus heute „die Gesamtheit judenfeindlicher Äußerungen, Tendenzen, Ressentiments, Haltungen und Handlungen unabhängig von ihren religiösen, rassistischen, sozialen oder sonstigen Motiven“. Antisemitismus werde „als ein gesellschaftliches Phänomen verstanden, das als Paradigma für Bildung von Vorurteilen und politische Instrumentalisierung daraus konstruierter Feindbilder dient.“
Obwohl der Begriff Antisemitismus grundsätzlich die Existenz einer mit den Juden identischen semitischen Rasse suggeriert, taugt er dennoch zur Analyse aktueller judenfeindlicher Äußerungen und Taten, da ein großer Teil von ihnen nach den Mechanismen des historischen Antisemitismus funktioniert und sich vom Rassismus (ein Begriff, der die Existenz von menschlichen "Rassen" suggeriert, und dennoch benutzt wird) z.B durch die Projektion von Allmacht, unterscheiden.
Buch-Tipp: Die Irren von Zion. Pflichtlektüre ! Für alle, die die Hintergründe der Spannungen in dem Nahen Osten verstehen wollen, ist dieses Buch eine Pflichtlektüre. Kurze, sehr unterhaltsam geschrieben Geschichten, die die Liebe des Autors zu dem Land erkennen lassen, denen aber stets der "erhobene Zeigefinger" fehlt. Selbst lesen. . . . |
Antisemitismus als neue Form der Judenfeindlichkeit in dem 19. Jahrhundert |
Buch-Tipp: Die Vernichtung der europäischen Juden.: 3 Bde. das Standardwerk zu dem Thema "organisierter Wahnsinn" Raul Hilberg ist ein hervorragender Analytiker; und wie anders als mit rationalem Ansatz könnte man sich eines solchen - nicht ca. der Dimension wegen - unfassbaren Verbrechens gegen die Menschlichkeit annehmen? Wie anders als durch die Zerlegung des so schwer fassbaren Gesamten in seine tausenden... |
| |
Die Entstehung des modernen Antisemitismus ist eng mit der des Nationalismus verbunden, wie er sich in dem Gefolge der Französischen Revolution herausbildete. Die Nation, wie sie von den Theoretikern der Revolution von 1789 verstanden wurde, umfasste die Masse des nichtadligen Volkes, des so genannten Dritten Standes. Sie stellte also den Gegenpol zu den privilegierten Ständen von Adel, hohem Klerus und Königtum dar. Diese demokratische Sichtweise wurde aber außerhalb Frankreichs, insbesondere in Deutschland, bald von einer völkischen Definition überlagert. Als Reaktion auf die napoleonischen Eroberungen wurde in vielen Ländern Europas die Idee von einer Nation geboren, die sich nicht von den jeweils herrschenden Schichten abgrenzte, sondern von anderen Nationen und Völkern. Dies richtete sich zunächst gegen die als Besatzer wahrgenommenen Franzosen, schließlich gegen die Angehörigen aller als fremd oder feindselig empfundenen Völker. Die Zugehörigkeit zu einer Nation wurde von den Anhängern dieser Idee nicht als rein rechtlicher Status betrachtet, sondern von einer gemeinsamen "völkischen" Abstammung hergeleitet. Damit wiederum wurden eine Reihe spezifischer - mal positiver, mal negativer - Merkmale verbunden, aus denen sich ein angeblicher Nationalcharakter ergab.
Der überwiegend religiös motivierte Antijudaismus verlor in dem Zuge der Aufklärung und der Entstehung der modernen Wissenschaft stets mehr an Überzeugungskraft. Unter dem Einfluss des völkischen Nationalismus wandelte er sich aber gegen Mitte des 19. Jahrhunderts zu dem rassistisch begründeten Antisemitismus, der sich scheinwissenschaftlicher Argumente bediente. Die Juden wurden nicht mehr als Religionsgemeinschaft betrachtet, sondern als ein eigenständiges Volk, das eine eigene Abstammung und bestimmte, von Antisemiten als negativ eingstufte Merkmale aufwies und nach ihrer Vorstellung einen Fremdkörper innerhalb der europäischen Nationen bildete. Der Verfolgung durch den religiös motivierten Antijudaismus konnte sich ein Jude > immerhin theoretisch < durch den Übertritt zu dem Christentum entziehen. Der rassistische Antisemitismus verschloss diese Möglichkeit, da er jeden als Juden definierte, der von Juden abstammte, gleichgültig ob und wie lange er oder seine Vorfahren schon Christen waren. Neben dem Antisemitismus entwickelten sich zu dieser Zeit pseudo-wissenschaftlich begründete Ablehnungen anderer Minderheiten, die nach völkischer Definition als Fremde eingestuft wurden.
Buch-Tipp: Eine Art Familientreffen. Der Krieg ist vorbei, der eigene Frieden trotzdem verloren? "Eine Art Familientreffen" - "nur" das Ende der beeindruckenden Roman-Trilogie von Judith Kerr? Oder anregende Fortsetzung einer Familiengeschichte, Fortsetzung der anschaulichen Möglichkeit, sich als Leser Gedanken zu machen über Menschen, die Vertriebene waren und häufig lebenslang diesem... |
Unterschied zu dem Antijudaismus | |
Der Ausdruck Antijudaismus wurde eingeführt, um zwischen dem nationalistischem Antisemitismus und weiter zurück reichenden, religiösen Judenhass zu unterscheiden. Die Religionszugehörigkeit spielt für einen Antisemiten ca. eine indirekte Rolle, da er Jude über die Abstammung von Vorfahren mit jüdischer Religion definiert und so Jude zu einem unentrinnbaren pseudobiologischen Merkmal wird. Anders dagegen in einem Teil des christlichen Antijudaismus, hier kann der Übertritt eines Juden zu dem Christentum diesen in einen Christen verwandeln, wobei häufig Vorbehalte besonders bei Zwangstaufen bestanden.
Sowohl Antisemitismus als auch Antijudaismus nennen Hass auf Juden. Ersterer ist viel geläufiger und wird umgangssprachlich fälschlich mit Antijudaismus synonym benutzt.
Buch-Tipp: Es geschah im Nachbarhaus. Geschichte eines Verdachts Klassenlektüre Das Buch von Willi Fährmann „Es geschah in dem Nachbarhaus“ kam in unserer Klasse gut an. Die Geschichte, die in dem deutschen Kaiserreich um 1880 spielt und auf Tatsachen beruht, verschaffte uns einen guten Einblick, wie ein jüdischer Familienvater zu Unrecht beschuldigt wird, einen Kindermord begangen zu haben.... |
| |
Der Begriff "Antisemitismus" wurde erstmals in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von judenfeindlichen Gruppierungen in Deutschland verwandt. Sehr bald wurde der Begriff auch in anderen Kreisen und Sprachen übernommen, um die neue Form der Judenfeindlichkeit zu nennen. Voraussetzung für die Wortbildung war die Entstehung und allgemeine Verbreitung des Begriffs "Semitismus".
Buch-Tipp: Familienleben. einfühlsame Geschichte über das Leben in einer (halb-) jüdischen Familie nach 45 Ich schreibe gerade meine Facharbeit in Deutsch zum Thema "Überlebenswillen" in Viola Roggenkamps Familienleben.
Ich gebe zu, der Einstieg in die Geschichte ist nicht ganz leicht, doch wer sich die Umstände dieser Familie klarmacht und sich daran erinnert, wie... |
| |
Der Begriff Semiten stammt aus der theologisch-historischen Literatur des späten 18. Jahrhundert. Er fand wenige Jahre nach Einbürgerung in die Sprachwissenschaft auch Eingang in die Völkerkunde. Dies, obwohl die semitische Sprachfamilie und die als Nachkommen Sems genannten Völker (Völkertafel in 1. Mose 10) keineswegs identisch sind. Überdies ist die Völkertafel in dem wesentlichen geographisch orientiert. Das Siedlungsgebiet der Nachkommen Sems reicht von Westanatolien bis Persien und von Armenien bis zu dem Roten Meer. Diese Völker bilden jedoch keine geschlossene Gruppe in dem Sinne der Völkerkunde. Auch aus diesem Grund kann der Begriff Semiten in dem Ergebnis ca. begrenzt auf die semitische Sprachfamilie Anwendung finden.
Gleichzeitig mit dem Begriff Semiten wurde der ebenfalls den Sprachwissenschaften entstammende Begriff Arier in die allgemeine Terminologie der Geisteswissenschaften aufgenommen. „Semiten“ und „Arier“ wurden einander auch als Volksgruppen gegenüber gestellt. Verschiedenartigkeit wurde bald als Verschiedenwertigkeit verstanden. Zwar wurden „Arier“ und „Semiten“ gegenüber anderen Volksgruppen herausgehoben. Alle positiv verstandenen Werte wurden jedoch den „Ariern“ zugeschrieben, während die „Semiten“ lediglich negativ charakterisiert wurden. „Arier“ galten als zur Herrschaft über die Welt berufene Bevölkerungsgruppe. Unter Berufung auf Joseph Arthur de Gobineau wurden beide Bevölkerungsgruppen überdies als biologische Abstammungseinheit („Rasse“) genannt.
Zunehmend häufiger wurde der Begriff Semit auch für Juden verwandt. Insbesondere völkisch-rassische Judengegner benutzten nun den Begriff Semiten. Hierdurch sollte zu dem Ausdruck gebracht werden, dass die Judenfrage als Rassenfrage zu betrachten sei. Dieser neue Wortgebrauch blieb zunächst unreflektiert. 1879 erklärte jedoch der jüdische Historiker Harry Breßlau , dass die Begriffe Jude und Semit nicht deckungsgleich seien und er den Begriff Semit daher auch nicht in diesem Sinne benutzen wolle. Stattdessen werde er zusätzlich den Begriff Jude benutzen; dies jedoch lediglich als Nennung der Abkunft und nicht der Religionszugehörigkeit von Juden: „Um jedes Missverständnis auszuschließen, bemerke ich, dass ich diejenigen in dem Sinne dieser Erörterungen als Juden betrachte, deren beide Eltern als Juden geboren sind.“ In dem Brockhaus des Jahres 1895 wurde „Semitismus“ als „eine Nennung für das ausschließlich vom ethnologischen Standpunkt aus betrachtete Judentum“ definiert. Die säkularisierten Begriffe Jude und Judentum, ihrer religiösen Bedeutung entledigt, erfuhren somit eine sprachliche Gleichsetzung mit den Begriffen Semit und Semitismus.
In der Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Entwicklungen und den Umbrüchen bei der Bildung einer bürgerlich-liberalen Gesellschaft wurden die beiden Nennungen häufig auch in dem Zusammenhang mit dem vermeintlichen Mangel an „wahrem Deutschtum “ in dem Reich von 1871 verwandt. Insbesondere der Begriff Semitismus wurde Ausdruck einer Fundamentalkritik an den Prinzipien und Erscheinungsformen der modernen liberalen Gesellschaft.
Buch-Tipp: Juden und Christen - ungleiche Geschwister Die Beschreibung für das Buch " Juden und Christen - ungleiche Geschwister" fehlt leider. Weitere informatione finden Sie auf der Seite des Buchhändlers. Klicken Sie dafür auf den Link über diesem Text. Die Seite des Händlers öffnet sich in neuem Fenster. |
| |
Das Wort antisemitisch ist bereits 1865 in dem Rotteck/Welckerschen Staatslexikon zu finden, wo das Königtum unter den Juden als eine „antisemitische Geburt“ genannt wurde. Es handelte sich jedoch um eine eher zufällige und folgenlos gebliebene Formulierung, die der in dem selben Jahr in dem Staatswörterbuch von Bluntschli/Brater zu findenden Formulierung „unsemitisch“ entspricht. Bereits 1860 hatte der jüdische Gelehrte Moritz Steinschneider den französischen Historiker und Philologen Ernest Renan wegen seiner „antisemitischen Vorurteile“ zur Rede gestellt. Der erste publizistische Beleg für die Neubildung des Wortes Antisemitismus findet sich in der „Allgemeinen Zeitung des deutschen Judentums“ vom 2.09 1879, in der die Ankündigung eines „antisemitischen Wochenblatts“ durch Wilhelm Marr erwähnt wurde.
Marr, der seither in der Forschungsliteratur als Schöpfer des Begriffs Antisemitismus angeführt wird, hatte hingegen „nur“ eine sozialpolitische beziehungsweise antijüdische Wochenschrift angekündigt, nicht eine „antisemitische“. Der Austausch der Nennungen erfolgte durch die Zeitungsredaktion. Anzunehmen ist, dass das Modewort dieser Zeit viele Väter hat und die Wortkombination aus „Anti“ und dem verbreiteten Wort Semitismus nicht allzu fern lag. Marr selbst benutzte den Begriff antisemitisch erst ab 1880. Der Begriff wurde von ihm weder definiert noch kommentiert, eine programmatische Einführung fehlt ebenfalls.
Ende September 1879 rief Marr zur Gründung der „Antisemiten-Liga“ auf. Der Name suggerierte eine Sammlungsbewegung gegen „Semiten“. Die Parteigründung hat sicherlich zur Popularität des Terminus Antisemitismus beigetragen, da dieser von nun an in zahllosen Pamphleten benutzt wurde. Aber auch die „Antisemiten-Petition“ von 1880/81, die von 250 Tausend Bürgern unterzeichnet wurde und Standardforderungen der antisemitischen Propaganda enthielt, so beispielsweise die Forderung nach Ausschluss der Juden von öffentlichen Ämtern , half das Schlagwort Antisemitismus in dem ganzen Deutschen Reich zu verbreiten.
Ab 1881 wurde es als Sammelbegriff aller Arten und Ausprägungen judenfeindlicher politischer Haltungen und Handlungen benutzt, die zu dem "Berliner Antisemitismusstreit" führten. Zu dessen Protagonisten gehörte der konservative, preußische Historiker Heinrich von Treitschke, der den verhängnisvollen, später von den Nationalsozialisten übernommenen Satz prägte: "Die Juden sind unser Unglück." Ihm trat insbesondere der Historiker Theodor Mommsen entgegen, der sich scharf gegen die Judenfeindschaft wandte.
|
Antisemitismus und Nationalsozialismus | |
Zum Ende des 19. Jahrhunderts belegte der Begriff Antisemitismus vor allen Dingen eine parteipolitisch orientierte Absichtsetzung gegen einen vermeintlich übergroßen jüdischen Einfluss. Mit dem Aufkommen von darwinistischen Argumentationsketten gab sich der Antisemitismus in dem Gefolge von rassistschen Evolutionstheorien eine zunehmend biologistische Ausrichtung. Es war fortan nicht mehr die Rede von gesellschaftlichen Einflüssen des verhassten Judentums, sondern von der "Zersetzungskraft jüdischen Blutes".
1924 verfasste Adolf Hitler in der Festungshaft sein autobiografisches und programmatisches Buch Mein Kampf, in welchem er sich freimütig zu dem Antisemitismus bekennt (Hitler selber genannt sich als Schüler des Wiener Bürgermeisters und antisemitischen Publizisten Karl Lueger) und eine Strategie entwickelt, den Antisemitismus politisch und militärisch mit dem Absicht der Vernichtung der Juden durchzusetzen. Dieser ist konstituierendes Element der Ideologie des Nationalsozialismus.
Die Nationalsozialisten gaben dem Antisemitismus unter ihrem Regime eine zuvor nicht vorhandene Virulenz , die über die Nürnberger Gesetze bis zur Planung und Durchführung der so genannten Endlösung der Judenfrage führte. Diese industriell organisierte Vernichtung des europäischen Judentums, die Shoa (Holocaust), forderte über 6 Millionen Opfer.
Keine praktische Bedeutung in Bezug auf die Stärke der antisemitischen Durchdringung nationalsozialistischer Ideologie und Politik hatte die in dem Mai 1943 dekretierte Abwendung vom Begriff Antisemitismus. Die durch den Nazi-Ideologen Rosenberg initiierte neue offizielle Sprachregelung Absichtte darauf ab, neugewonnenen arabischen Verbündeten gegenüber nicht den Eindruck zu erwecken, man "werfe Araber mit den Juden in einen Topf". [2] (http://www.ns-archiv.de/verfolgung/antisemitismus/begriff_abschaffen.shtml) Durch die nunmehr ausbleibende antisemitische Selbstbezeichnung der Nazis erfuhren die verfolgten Juden allerdings keinerlei Linderung. Aus der Sicht der Nachwelt steht das deutsche Nazi-Regime - auch bei taktischer Meidung der expliziten antisemitischen Selbstbenennung ab 1943 - für den unvermindert mörderischsten Antisemitismus der Zivilisationsgeschichte .
Buch-Tipp: Warten bis der Frieden kommt. Des Dramas zweites Buch „Warten bis der Frieden kommt“ ist der zweite Teil einer Jugendbuchreihe von Judith Kerr über die Familie von Anna, geflüchtet vor dem Naziregime, denn sie sind Juden. Dieses Buch nimmt sich Annas Zeit in England an. Es behandelt die Problematik der vielen Flüchtlinge aus allen europäischen Ländern, die die... |
Antisemitismus in der Gegenwart | |
Die pseudowissenschaftliche Theorie des "Antisemitismus" wird seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges ca. noch sehr begrenzt "weiterentwickelt". In der Gegenwart äußert sich die Antisemitische Theorie vor allem in dem Geschichtsrevisionismus und der Holocaustleugnung. Gewalttätige Übergriffe gegen Juden und jüdische Einrichtungen aus nationalistischer Motivation gibt es selbstverständlich stets noch (siehe Judenfeindlichkeit (heute)).
|
| |
Besondere Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit erregte Fred Leuchter und sein Leuchter-Report . Die Motivation der Holocaust-Leugner - zu denen in dem europäischen Umfeld vor allem noch, neben anderen, Robert Faurisson zählt - ist es dabei, die Behauptung "nachzuweisen", Shoah sei eine Erfindung "der Juden", um Deutschland als Tätervolk zu brandmarken und politisch Reparationen zu "erpressen".
Heute wird von Antisemiten in der Regel versucht, den Antisemitismus nicht als solchen zu nennen, sondern bestenfalls als Antijudaismus, Antizionismus oder allgemeine Kapitalismuskritik. Dieser Differenzierung ungeachtet zeigen Antisemitismus, -judaismus und -zionismus nicht selten weitreichende Berührungspunkte. Die Nennungsfrage ist ein zentraler Streitpunkt in der Antisemitismus-Debatte.
|
Antisemitismus in der Linken | |
Antisemitische Positionen werden aber durchaus nicht ca. von der rechten Szene vertreten, sondern auch von der Linken. Die Vorstellung von einem internationalen, jüdischen Kapitalismus ist nicht ca. in rechts-, sondern auch in linksradikalen Kreisen verbreitet. Der historische Umbruch innerhalb der bundesdeutschen radikalen Linken kann hier in dem Ausbruch des Sechstagekriegs gesehen werden. In der Folge verknüpften sich antiimperialistische Ideologieversatzstücke mit einem spezifisch deutschen "sekundären Antisemitismus", der stets wieder Parallelen von der israelischen "Besatzungsmacht" zu den Nationalsozialisten zog. Es kam zu Aufrufen wie "Boykottiert Israel" (so zu dem Beispiel lange Zeit auf einer Häuserfront der besetzten Hamburger Hafenstraße zu bewundern), was viele Leute an das "Deutsche, kauft nicht bei Juden" der Nazis erinnerte. Bei Flugzeugentführungen durch terroristische, deutsche linksradikale Gruppen (RZ) kam es gar zu "Selektionen" von israelischen Passagieren. 1991 beteiligten sich deutsche Militante - darunter das mutmaßliche RAF-Mitglied Andrea Klump - an einem Bombenanschlag in Budapest auf russische Juden. Bis heute operiert ein Teil der antiimperialistischen Linken stets wieder mit Versatzstücken des "klassischen" Antisemitismus bei ihrer Verurteilung der israelischen Sicherheitspolitik. In der globalisierungskritischen Bewegung kommt - von bürgerlichen bis hin zu radikalen Gruppen - häufig eine personalisierende und strukturell antisemitische "Kapitalismuskritik" zu dem Einsatz. ("raffendes" versus "schaffendes" Kapital, die so auch in dem Parteiprogramm der NSDAP zu finden war ("Brechung der Zinsknechtschaft"))
Auch der Antisemitismus in der Linken hat weit zurückreichende Wurzeln. Schon in dem 18. Jahrhundert haben Sozialisten genauso wie Konservative antisemitische Ressentiments benutzt, um gegen den verhassten Manchesterliberalismus zu polemisieren.
|
Judenfeindschaft in Nahost in dem Gegensatz zu dem europäischen Antisemitismus | |
Auch die Judenfeindschaft von einigen Moslems macht Anleihen beim europäischen Antisemitismus; deren Wurzel liegt allerdings in der Radikalisierung des Israel-Palästina-Konfliktes, und man machte es sich zu einfach, dies als bloße Fortsetzung des europäischen Antisemitismus zu sehen.
|
Weiteres zu dem Artikel Antisemitismus |
| Andere Leser interessierten sich auch für folgende Beschreibungen: | Araber, Darmstadt, Festungshaft, Geschichtswissenschaft, Heinrich, Nationalismus, Nsdap, Regel, Shoah, Sprachwissenschaft, Terminologie, Terminus | | Schnellzugrif auf verwandte Texte: | | | NEU! Frage im Forum zum Thema: | | Wenn die Beschreibung 'Antisemitismus' Ihrer Meinung nach nicht korrekt ist oder in aktueller Version Fehler enthalten sind oder es fehlt die Antisemitismus Definition, dann klicken Sie bitte auf "Beschreibung bearbeiten" und schreiben Sie die Eigene Version des Textes. Die Änderungen in der Beschreibung werden sofort aktiv und für alle sichtbar. Ein Administrator wird Ihre Version der Beschreibung und Definition von 'Antisemitismus' nachher prüfen. Bitte achten Sie auf die Urheberrechte (Copyright). Wir sind für die besseren Beschreibung von 'Antisemitismus' und 'Antisemitismus' Definition sehr dankbar.
Alle Tipps zu den Bücher auf dieser Seite wurden automatisch generiert. D.h. die Bücher wurden aus einer Datenbank von dem Computer ausgesucht. Deshalb kann es vorkommen, dass vorgeschlagene Bücher nicht ganz der 'Antisemitismus' Beschreibung entsprechen.
|
|